Wahrheit und Realität

Wie man unter Weltanschauung nachlesen kann, bin ich ein Realist, d.h. ich glaube, dass es eine Realität gibt. Was bedeutet das Wort Realität? Real ist etwas, das keine Illusion ist und nicht von meinen Wünschen oder Ansichten abhängig ist.

Realität ist das, was nicht verschwindet, wenn man aufhört daran zu glauben.

Philip K. Dick

Beispiele:

  • Wenn man im Wald ist, die Augen schließt, und nicht mehr daran glaubt, dass überall um einen herum Bäume sind, und dann mit geschlossenen Augen zu rennen anfängt, wird man früher oder später die Realität spüren. Die Bäume sind eben nicht dadurch verschwunden, dass man nicht mehr an deren Existenz geglaubt hat. Deswegen waren und sind sie real.
  • Wenn man denkt, dass man von einem feuerspuckenden Drachen verfolgt wird, der einen fressen will, und man glaubt nicht mehr daran, und dann ist da kein Drache und man wird nicht gefressen, dann war dieser Drache nie real, sondern es war eine Illusion oder Wahnvorstellung.

Niemand kann „beweisen“, dass es tatsächlich eine Realität gibt. Und es kann durchaus Spaß machen sich vorzustellen, dass eigentlich überhaupt nichts außerhalb des eigenen Bewusstseins existiert. Man kann sich überlegen, ob das Geräusch eines umstürzenden Baumes überhaupt da ist und existiert, wenn niemand da ist, der es hören kann. Man kann sich überlegen, ob der Mond noch da ist, auch wenn niemand da wäre, um ihn zu sehen. Vielleicht sind wir alle Gehirne in einem Tank, Programme in einem Computer oder in der Matrix. Allerdings wird so niemand durchs Leben gehen, denn warum soll man dann überhaupt irgendetwas machen oder entscheiden?

Kommen wir zur Wahrheit. Was für ein wunderschönes und oft benutztes Wort. Was ist denn Wahrheit, was bedeutet das? Wann ist etwas wahr und wann falsch? Wie kann man das eine von dem anderen unterscheiden?

Das sind wichtige Fragen der Erkenntnistheorie. Es gibt auch hier teilweise philosophischen Streit, aber ich will hier die wichtigste Wahrheitstheorie ansprechen, nämlich die „Korrespondenztheorie der Wahrheit“.

Nach der „Korrespondenztheorie der Wahrheit“ ist eine Idee, Hypothese, Theorie, Behauptung oder Ansicht dann (und nur dann) wahr, wenn sie mit der Realität übereinstimmt.

Was bedeutet das, vielleicht an einigen Beispielen erklärt:

  • Wenn jemand behauptet, dass die Erde keine Scheibe sei, dann ist dies dann (und nur dann) wahr, wenn die Erde tatsächlich keine Scheibe ist.
  • Wenn jemand zu seiner Frau sagt: „Ich war gestern im Kino“, dann ist diese Aussage dann wahr, wenn er tatsächlich real im Kino war. Sollte er nicht im Kino gewesen sein, dann ist seine Behauptung falsch.
  • Wenn jemand behauptet, dass gestern nachts Aliens in seinem Garten gelandet sind und mit ihm Kaffee getrunken haben, dann ist das nur dann wahr, wenn dies wirklich (also in der Wirklichkeit = Realität) passiert ist.

Das bedeutet, das Adjektiv und die Eigenschaft „wahr“ kann es nur für Ideen, Hypothesen, Theorien, Behauptungen, Ansichten oder ähnliches geben und der Richter, also wahr- oder falsch-Macher, ist die Wirklichkeit/Realität selbst.

Ein Baum kann nicht wahr oder falsch sein, genauso wenig wie ein Mensch, ein Hund, eine Blume oder Arbeitsstelle. Und es gibt noch eine wichtige Besonderheit bei der Wahrheit zu beachten, nämlich folgende:

Wenn jemand behauptet, die Farbe grün sei viel schöner als rot oder Musik A schöner als B oder Film C besser als D, dann ist es quasi unmöglich einen Wahrheitswert zuzuordnen. Ist es wahr oder falsch, hat er Recht oder Unrecht? Warum ist das so?

Weil dies subjektive Ansichten sind, die man nicht an der Realität festmachen kann. Die Realität macht keine Aussage darüber, ob grün „schöner“ ist als rot. Dies ist die tiefere Weisheit, die in dem uns allen bekannten Sprichwort „Über Geschmack lässt sich nicht streiten!“ verborgen liegt. Es ist tatsächlich so, dass ein Streit über subjektive Dinge, also Geschmäcker, sinnlos ist, weil es nichts und niemanden gibt, der den Streit zugunsten irgendjemandens entscheiden könnte. Hier hat niemals irgendjemand Recht und niemand liegt näher an der Wahrheit, weil es so etwas wie eine Wahrheit in diesen Fällen überhaupt nicht gibt.

Bleibt festzuhalten, etwas ist dann wahr, wenn es mit der Realität übereinstimmt. Das wissen wir nun, es stellt sich allerdings die Frage, wie stellen wir fest, ob etwas mit der Realität übereinstimmt? Bisher haben wir ja nur festgestellt, dass etwas mit der Realität übereinstimmen muss, um wahr sein zu können, aber nicht, wie man diese Übereinstimmung feststellen kann. Bei manchen Behauptungen lässt sich einfach feststellen, ob diese mit der Realität übereinstimmen, also wahr sind, oder nicht. Bei manchen ist es schwierig und bei vielen sogar unmöglich.

Die mächtigste, stärkste und, ich behaupte, einzig funktionierende Möglichkeit und Methode, wie man die Übereinstimmung mit der Realität (und damit Wahrheit) entscheiden kann, sind Vernunft und Verstand, also Rationalität und der sich daraus entwickelte einzigartige Werkzeugkasten: Die Wissenschaften.


12 Kommentare

  1. greymoose

    Servus Stephan,

    ganz kurz – und ohne eine bestimmte philosophische Richtung strapazieren zu wollen – zu deinem durchaus zum Nachdenken anregendem blog:

    Es scheint zumindest aus meiner Eigenerfahrung in fünf Lebensjahrzehnten, dass Wahrheit und daraus resultierend mein “Glaube” und mein “Wissen”, sich wohl nur aus meinen zutiefst subjektiven Möglichkeiten meiner Wahrnehmung auf einer speziellen Erfahrungsstufe der mich umgebenden Realität zustande kommt.

    Diese Eigenerfahrung lässt mich dann in anhand meines persönlichen Entwicklungs(fort)schrittes eine für mich mögliche Wahrheit als sympatisch und damit “wahr” erkennen.

    Das bedeudet jedoch maximal für den Moment das Gefühl um Wissen (und damit wohl auch Glauben) als Wahrheit auszuleben – aber meine Bewertung hätte damit ganz sicher wenig mit dem Wissen und Glauben anderer Menschen zu ein und derselben Fragestellung bzw. Wahrnehmung zu tun.

    Und wenn ich dann ggf. schon einen Tag später über das Zustandkommen_meiner_Wahrheit kopfschüttelnd lachen kann – dann scheint hier wenigstens Sinn aufgrund der gemachten persönlichen Erfahrung und dem daraus resultierenden Ändern (m)einer Ansicht, Wertes oder Wissensstandes gegeben zu sein.

    Sonst ist die Welt in der wir Leben in unserer Wahrnehmung wohl um nix realer wie WOT das wir so gerne virtuell spielen.

    In diesem Sinn dir eine gute Zeit!

    • Servus greymoose,

      ehrlich gesagt verstehe ich nicht wirklich, worauf du hinaus willst. Vielleicht kannst du mir ein wenig helfen und es etwas genauer erläutern?

      „Sonst ist die Welt in der wir Leben in unserer Wahrnehmung wohl um nix realer wie WOT das wir so gerne virtuell spielen.“

      Was meinst du genau damit?

      1.) Dass unsere Wahrnehmung von der Welt und dem Leben nicht real ist?

      2.) Dass jeder die Welt anders wahrnimmt als jemand anderes?

      3.) Dass wir in einer Welt leben, die komplett von unserer Wahrnehmung „generiert“ wird (und deshalb nicht real ist?)?

      Oder meinst du etwas ganz anderes?

      „Es scheint zumindest aus meiner Eigenerfahrung in fünf Lebensjahrzehnten, dass Wahrheit und daraus resultierend mein “Glaube” und mein “Wissen”, sich wohl nur aus meinen zutiefst subjektiven Möglichkeiten meiner Wahrnehmung auf einer speziellen Erfahrungsstufe der mich umgebenden Realität zustande kommt.“

      Was willst du damit genau sagen?

      Willst du damit sagen, dass unsere Wahrnehmung komplett subjektiv ist? Und dass wir mit unserer Wahrnehmung zwar irgendwie die Realität erkennen können, das Ergebnis unserer Wahrnehmung aber davon abhängig ist, auf welcher „speziellen Erfahrungsstufe“ der Wahrnehmung wir uns befinden? Also wie „weit“ unsere Wahrnehmung entwickelt ist?

      Denkst du denn, dass es eine „Realität“ gibt, die von unserer Wahrnehmung (auch einer speziellen Erfahrungsstufe unserer Wahrnehmung) unabhängig ist?

      „Diese Eigenerfahrung lässt mich dann in anhand meines persönlichen Entwicklungs(fort)schrittes eine für mich mögliche Wahrheit als sympathisch und damit “wahr” erkennen.“

      Hmmm…Du erkennst also dann etwas als wahr, wenn es möglich ist und vor allem, wenn es dir „sympathisch“ ist?

      Jetzt echt? Also hältst du demzufolge die folgenden Aussagen für wahr?

      1.) Greymoose ist Multimillionär, weil es möglich ist und weil greymoose es „sympatisch“ und toll findet, wenn greymoose Multimillionär wäre?

      2.) Greymoose kann ohne Hilfmittel wie ein Vogel fliegen, weil es rein theoretisch möglich sein könnte und weil greymoose es „sympatisch“ und schön fände, wie ein Vogel durch die Lüfte zu fliegen.

      3.) Greymoose ist unsterblich, weil es möglich ist und weil greymoose es „sympatisch“ und echt super fände, „ewig“ zu leben.

      Greymoose ist also steinreich, kann fliegen wie Superman und ist unsterblich.

      Und das hältst du für wahre Aussagen/Behauptungen/Hypothesen?

      Soll ich oder sollen andere das auch für wahr halten oder geht es dabei erst einmal nur um die „Wahrheit“ aus deiner Sicht?

      Oder habe ich hier etwas falsch verstanden, wie du „Dinge“ als „wahr“ erkennst?

      „Das bedeutet jedoch maximal für den Moment das Gefühl um Wissen (und damit wohl auch Glauben) als Wahrheit auszuleben – aber meine Bewertung hätte damit ganz sicher wenig mit dem Wissen und Glauben anderer Menschen zu ein und derselben Fragestellung bzw. Wahrnehmung zu tun.“

      Ok, hier muss ich praktisch komplett passen. Ich verstehe nicht auf was du hinaus willst?

      Du hast bei „Etwas“ für kurze Zeit das Gefühl du wüsstest es und deshalb nimmst du es als wahr an und lebst danach (auch nur für kurze Zeit?), denkst aber gleichzeitig, dass andere Menschen dieses „Etwas“ anders sehen würden bzw. nicht für wahr (oder real) ansehen würden?

      Oder wie?

      Und was soll das bedeuten?

      „Und wenn ich dann ggf. schon einen Tag später über das Zustandkommen_meiner_Wahrheit kopfschüttelnd lachen kann – dann scheint hier wenigstens Sinn aufgrund der gemachten persönlichen Erfahrung und dem daraus resultierenden Ändern (m)einer Ansicht, Wertes oder Wissensstandes gegeben zu sein.“

      „Zustandekommen deiner Wahrheit“? Es gibt also deine Wahrheit, meine Wahrheit, die Wahrheiten unserer Nachbarn etc…?

      Gibt es dann auch verschiedene Realitäten? Also deine Realität, meine Realität und die Realitäten unserer Nachbarn etc…?

      Oder denkst du, dass es nur eine Wahrheit und nur eine Realität gibt, sich aber verschiedene Wahrheiten und Realitäten aufgrund der unterschiedlichen Wahrnehmung der unterschiedlichen Menschen ergeben?

      Ich würde mich freuen, wenn du das noch einmal kurz erläutern könntest, denn das könnte eine interessante Diskussion werden.

      Viele Grüße
      Stephan

  2. greymoose

    Hallo Stephan,

    ich möchte als Versuch einer Antwort auf deine Fragen hier eine bildhafte Geschichte mit den darin aufgezeigten Möglichkeiten des Spannungsfeldes um Wahrnehmung und Wahrheit oder Realität kurz wiedergeben.

    Brasilianischen Ureinwohnern wurden Bilder von New York gezeigt um ihre Reaktionen auf die Abbildung einer ihnen unbekannten Umgebung zu beobachten. Überraschenderweise erklärten sie auf Nachfrage Hühner erkannt zu haben –- die wie erst eine genaue Studie der Bilder ergab — auf einigen Balkonen in Hinterhöfen sichtbar gehalten wurden.

    Der Rückschluss war daher dass diese Menschen auf den Fotos nur das sehen konnten was sie kannten – und das waren eben nur die ihnen aus ihrer Heimat bekannten Hühner.

    Diese von Verhaltenspsychologen gern als wahr erzählte Geschichte lässt ganz einfach einen wertfreien Rückschluss auf die eingeschränkte Bildung der eigenen subjektiven Wahrheit, als Ergebnis einer (von vielen Faktoren beeinflussten) Wahrnehmung einer stabil eindeutig Realität zu.

    Der Mensch erkennt eben nur das was er sehen und erkennen kann – und in Demut vor der Vielfältigkeit des Universums erlaube ich mir den Rückschluss dass solches wohl dann auch für alle Wissenschaftler, Philosophen oder sogar Religionsstifter auf einem kleinem Planeten in einem untergeordneten System eines Nebenarmes einer drittklassigen Galaxie gelten wird müssen…

    Versuche dir mal schmunzelnd einen rational in den späten 50er des 20.Jahrhunderts ausgebildeten Astrophysiker erklären zu lassen warum sich real seit 1960 im Universum nix verändert hat, obwohl doch einiges später die Existenz von dunkler Materie als theoretisch zu berücksichtigende Größe der Wechselbeziehungen von Materie im All erkannt wurde.

    Das Universum war zweifelsfrei auch vor 50 Jahren nicht anders strukturiert als heute – jedoch konnten wir eben damals nur einen bestimmten Teil erkennen, bewerten und Rückschlüsse ziehen aus denen dann relatives aber allgmein anerkanntes Wissen entstanden ist.

    Alle weiteren Rückschlüsse sind auf dieser meiner — natürlich auch subjektiven — Erkenntnis nach deinem persönlichem Geschmack möglich :-)

    Alles Liebe dir
    Andreas

    • Hallo Andreas,

      nette Geschichte, aber irgendwie beantwortest du damit kaum eine meiner Fragen. Ich habe einige Probleme mit der Geschichte, gehen wir es einmal durch:

      „Der Rückschluss war daher dass diese Menschen auf den Fotos nur das sehen konnten was sie kannten – und das waren eben nur die ihnen aus ihrer Heimat bekannten Hühner.“

      Das bezweifle ich. Sicher, es mag so sein, dass wir uns leichter damit tun, bekannte Dinge zu erkennen oder zu identifizieren. Aber das bedeutet nicht, dass es uns Menschen völlig unmöglich ist, unbekannte Dinge zu erforschen oder zu erkennen.

      Das sieht man auch einfach daran, dass wir als Menschheit die erstaunlichsten Entdeckungen und Entwicklungen gemacht haben.
      Oder willst du das abstreiten?

      „Diese von Verhaltenspsychologen gern als wahr erzählte Geschichte lässt ganz einfach einen wertfreien Rückschluss auf die eingeschränkte Bildung der eigenen subjektiven Wahrheit, als Ergebnis einer (von vielen Faktoren beeinflussten) Wahrnehmung einer stabil eindeutig Realität zu.“

      Dieser ganze Satz ist eine Katastrophe. Es gibt keine „eigene subjektive Wahrheit“, jedenfalls nicht so, wie ich das Wort Wahrheit verstehe. Es mag eine „eigene subjektive Meinung (oder: Ansicht)“ geben, also quasi die „eigene subjektive Ansicht“ darüber, was man selbst für wahr hält. Ob das dann tatsächlich wahr ist oder nicht, steht auf einem anderen Blatt.

      Und natürlich nehmen wir alle die Welt nicht direkt und 1:1 so wahr, wie sie ist. Es gibt optische Täuschungen, Wahrnehmungsirrtümer, Wahrnehmungsverzerrungen, wir begehen logische Fehlschlüsse und können uns auf vielfältigste Weise irren.

      So what? Das bedeutet erstens nicht, dass wir uns immer irren. Ganz im Gegenteil, wir liegen oft relativ richtig mit unseren Wahrnehmungen, weil wir sonst längst ausgestorben wären.

      „Der Mensch erkennt eben nur das was er sehen und erkennen kann – und in Demut vor der Vielfältigkeit des Universums erlaube ich mir den Rückschluss dass solches wohl dann auch für alle Wissenschaftler, Philosophen oder sogar Religionsstifter auf einem kleinem Planeten in einem untergeordneten System eines Nebenarmes einer drittklassigen Galaxie gelten wird müssen…“

      Das ist eine triviale Aussage. Natürlich kann der Mensch nur erkennen, was er erkennen kann. Wow. Das gilt qua Definition.

      Ich kann auch nur so hoch springen, wie hoch ich springen kann. Und ich kann maximal so weit sehen, wie weit ich sehen kann.
      Was du also genau damit sagen willst, bleibt unklar.

      Wir können z.B. keine Infrarotstrahlen sehen. Radioaktivität können wir auch nicht sehen. Aber wir haben das trotzdem entdeckt und viel darüber herausgefunden.

      Was du mit deiner Geschichte und deinen schwammig unklaren Aussagen zu versuchen scheinst, ist die Erkenntnisfähigkeit des Menschen überhaupt in Frage zu stellen.

      Das gleiche versuchen religiöse Menschen oder Esoteriker. Sie erkennen irgendwie, dass ihre eigene Religion oder esoterische Spielart irrational, unvernünftig und nicht rechtfertigbar ist. Daher versuchen Sie entweder allgemein Zweifel an Wissenschaften (Naturwissenschaften) oder sogar der grundsätzlichen Erkenntnismöglichkeit des Menschen zu wecken und zu betonen.

      In der Hoffnung, dann sagen zu können, dass die rationale Methode ja eigentlich auch nicht viel besser ist, als die Wunschschlösser und der Unsinn, den sie für wahr und wichtig halten.

      Nach dem Motto: Angriff ist die beste Verteidigung oder: „Ok, ich werde gleich in die Schlucht fallen, da reiße ich dich lieber auch mit runter!“

      „Versuche dir mal schmunzelnd einen rational in den späten 50er des 20.Jahrhunderts ausgebildeten Astrophysiker erklären zu lassen warum sich real seit 1960 im Universum nix verändert hat, obwohl doch einiges später die Existenz von dunkler Materie als theoretisch zu berücksichtigende Größe der Wechselbeziehungen von Materie im All erkannt wurde.
      Das Universum war zweifelsfrei auch vor 50 Jahren nicht anders strukturiert als heute – jedoch konnten wir eben damals nur einen bestimmten Teil erkennen, bewerten und Rückschlüsse ziehen aus denen dann relatives aber allgmein anerkanntes Wissen entstanden ist.“

      Ja und? Wir lernen als Menschen hinzu und nähern uns der Wahrheit an. Was ist daran überraschend oder schlecht? Das ist der beste und nobelste Teil im Menschen.

      Es gab eine Zeit, da wusste man nicht, was bei der Verbrennung von Holz geschieht. Oder das es Viren und Bakterien gibt.
      Und? Wir haben was gelernt. Das bedeutet aber nicht, dass wir das nicht grundsätzlich erkennen oder herausfinden konnten.

      Bist du ein Relativist? Denkst du, dass Wahrheit relativ ist? Ist die Aussage: „15 * 15 = 225“ absolut wahr oder hängt es davon ab, was jemand über diese Aussage denkt oder sich wünscht, was wahr wäre?

      Wird die Erde eine Scheibe, wenn nur genug Menschen daran glauben oder sich wünschen, dass die Erde eine Scheibe sei/werde?

      Vielleicht kannst du mal etwas Klares und Verständliches zu meinen Fragen sagen, wäre schön.

      Viele Grüße
      Stephan

  3. Ich habe erst vor ein paar Tagen diesen Blog entdeckt und finde ihn gut. Auch ist mir die darin vertretene Logik sehr eingängig, da auch ich eine mathematisch-naturwissenschaftliche Ausbildung durchlaufen haben. Geisterwissenschaftler sehen die Welt wohl eher nicht so. Sie können sich mit dem hier propagieren materialistischen Weltbild – glaube ich – nicht einverstanden erklären.
    Am problematischten scheint mir der Wahrheitsbegriff, weil wir die Realität nicht kennen, sondern nur das, was uns unsere Wahrnehmung darüber vermittelt. Und dass diese täuschen kann, ist allgemein bekannt – siehe Farben, die es in der Realität wahrscheinlich nicht gibt, sondern nur in unseren Köpfen. Sind Farben nun etwa nicht wahr?
    Noch schwieriger wird es, wenn man an die Grenzen der modernen Physik geht. Ist das Higgs-Teilchen nun Teil der Realität, weil in Cern letztes Jahr ein paar Signale in einer Maschinerie, die wahrscheinlich nur noch eine Handvoll Wissenschaftler versteht oder zu verstehen glaubt, aufgeblitzt sind. In diesen Bereichen hängt die Realität sehr stark vom verwendeten Weltbild oder genauer gesagt von der zugrunde gelegten Theorie ab. Ob wir damit die Realität beschreiben oder nicht, ist m.E. nicht mehr eindeutig feststellbar.
    Selbst in der vermeintlich abgeschlossenen Modellwelt der Mathematik gibt es paradoxe Phänomene wie mit der Menge, die alle Mengen erhält oder mit den reellen Zahlen. Ja, weil ich schon dabei bin: Sind die reellen Zahlen Realität, sind die komplexen Zahl wahr? Ich denke, derjenige, der damit umgeht hat sich so an diese Dinge gewöhnt, dass er sie für real hält. Aber das ist eher ein subjektiver Eindruck.
    Was ich sagen möchte: So schwarz/weiß bzw. eindeutig wahr/falsch ist die Welt nur bei einfachen, relativ alltäglichen Dingen, was mit unserer Wahrnehmung und Gewöhnung an diese Dinge zusammenhängt. Die Welt fassen lässt sich mit diesen Kategorien aber in ihrer Komplexität nicht.
    Über eine Stellungnahme von die, Stephan, würde ich mich freuen.

  4. @egghead:
    Es freut mich, wenn dir das ein oder andere gefällt.

    „Geisterwissenschaftler sehen die Welt wohl eher nicht so.“

    Ich nehme an, du meinst „Geisteswissenschaftler“ und nicht „Geisterwissenschaftler“. Aber der Vertipper gefällt mir irgendwie.
    Keine Ahnung, ob das so ist. Ich denke so pauschal kann man das wahrscheinlich nicht sagen.

    „Sie können sich mit dem hier propagieren materialistischen Weltbild – glaube ich – nicht einverstanden erklären.“

    Darüber habe ich ehrlich gesagt noch kaum nachgedacht. Ist es so, dass ich ein „materialistisches Weltbild“ vertrete?

    Ich habe mir gerade mal das hier durchgelesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Materialismus

    Ja, da kann man mich dann wohl tatsächlich als erkenntnistheoretischen und ontologischen Materialisten bezeichnen. Dem Idealismus stehe ich wirklich fern.
    Es ist einfach so, dass es (bisher) nur Belege für die Existenz von Materie gibt. Ideen, Gefühle und ähnliches ergeben sich offensichtlich aus dem Wechselspiel der Materie, als eine Art Emergenzphänomen: http://de.wikipedia.org/wiki/Emergenz

    Kurzes Beispiel: Ein Mensch, der an Alzheimer erkrankt ist, verändert sich sehr stark. Sein Charakter, seiner Persönlichkeit, seine Ideen oder Denkmöglichkeiten sind also offensichtlich von Änderungen in der Gehirnmaterie abhängig.
    Das ist nur eines von vielen möglichen Beispielen.

    Welche guten Argumente und Belege hat denn jemand, der den Materialismus bestreitet? Gibt es gar keine Materie?
    Hat derjenige eine sinnvolle andere Erklärung für die „Welt“?

    „Am problematischten scheint mir der Wahrheitsbegriff, weil wir die Realität nicht kennen, sondern nur das, was uns unsere Wahrnehmung darüber vermittelt. Und dass diese täuschen kann, ist allgemein bekannt – siehe Farben, die es in der Realität wahrscheinlich nicht gibt, sondern nur in unseren Köpfen. Sind Farben nun etwa nicht wahr?“

    Ja, das ist in etwa richtig. Wir versuchen aber trotzdem, mittels unserer fehlerbehafteten Wahrnehmung und Sinnen, die Realität zu erfassen. Wissenschaft versucht die Realität zu erkennen, und stellt dafür Behauptungen über sie auf, und hofft sich damit der Wahrheit zumindest anzunähern.
    Farben sind natürlich nicht wahr. Genauso wenig wie Pferde wahr sind oder Toaster oder Kaffeemaschinen. Man muss hier etwas aufpassen mit der Formulierung. Wahr oder falsch kann nur eine Behauptung über die Realität sein.

    Ein Pferd oder ein Toaster können nicht wahr sein, sondern höchstens real. Die Aussage: „Da drüben auf der Weide steht ein Pferd.“ kann wahr oder falsch sein, nicht aber das Pferd selbst.

    Das gleiche gilt für Farben. Farben sind, soweit wir das wissen, nur ein Konstrukt unseres Gehirns. Wenn man so will, dann übersetzt unser Gehirn elektromagnetische Strahlen bestimmter Wellenlängen in eine andere Sprache (Farben), damit wir etwas besser unterscheiden können, schneller reagieren können etc…
    Vielleicht war/ist das ein Evolutionsvorteil?

    „Noch schwieriger wird es, wenn man an die Grenzen der modernen Physik geht. Ist das Higgs-Teilchen nun Teil der Realität, weil in Cern letztes Jahr ein paar Signale in einer Maschinerie, die wahrscheinlich nur noch eine Handvoll Wissenschaftler versteht oder zu verstehen glaubt, aufgeblitzt sind. In diesen Bereichen hängt die Realität sehr stark vom verwendeten Weltbild oder genauer gesagt von der zugrunde gelegten Theorie ab. Ob wir damit die Realität beschreiben oder nicht, ist m.E. nicht mehr eindeutig feststellbar.“

    Ja, das ist schwierig. Ich habe keine Ahnung, ob das Higgs Teilchen „real“ ist, aber wenn man es tatsächlich messen kann (wie kompliziert das auch sein mag), und sich diese Messungen unabhängig bestätigen lassen, dann gehe ich davon aus, dass dieses Teilchen Teil der Realität ist.

    Ich kann auch schwer sagen, ob ein Elektron oder der Atomkern so „real“ ist, wie ein Apfel, den ich in der Hand halte, aber da der Apfel offensichtlich daraus besteht, gehe ich davon aus, dass sie real sind.

    „Selbst in der vermeintlich abgeschlossenen Modellwelt der Mathematik gibt es paradoxe Phänomene wie mit der Menge, die alle Mengen erhält oder mit den reellen Zahlen. Ja, weil ich schon dabei bin: Sind die reellen Zahlen Realität, sind die komplexen Zahl wahr? Ich denke, derjenige, der damit umgeht hat sich so an diese Dinge gewöhnt, dass er sie für real hält. Aber das ist eher ein subjektiver Eindruck.“

    Na ja, die komplexen Zahlen aus der Mathematik sind eine Beschreibung oder Ansicht von etwas. Genauso kann ich mir in meinem Kopf alles Mögliche vorstellen, ohne das es Teil dieser Welt ist. Genau genommen kann sich jeder unendlich viele Dinge vorstellen, aber wenn diese Welt nicht unendlich groß ist, dann wird es das Meiste (praktisch alles) davon nicht geben und damit wäre es nicht real.

    Aber auch hier muss man vielleicht wieder unterscheiden zwischen einem Ding (Loch-Ness-Monster, Feen, Elfen, Elephanten) und Hypothesen oder Beschreibungen von etwas.

    Ein Ding kann real sein (oder auch nicht) aber eben nicht wahr oder falsch. Eine Beschreibung von etwas, kann wahr oder falsch sein, aber niemals real oder nicht real.

    „Was ich sagen möchte: So schwarz/weiß bzw. eindeutig wahr/falsch ist die Welt nur bei einfachen, relativ alltäglichen Dingen, was mit unserer Wahrnehmung und Gewöhnung an diese Dinge zusammenhängt. Die Welt fassen lässt sich mit diesen Kategorien aber in ihrer Komplexität nicht.“

    Ach, ich wäre schon hochzufrieden, wenn die meisten oder viele Menschen die einfachen und alltäglichen Dinge richtig einschätzen und verstehen würden. Dann würde schon viel weniger Schaden angerichtet und die Welt wäre z.B. Religion(en), Esoterik und Pseudomedizin (=“Alternativmedizin“) los. Das wäre schon ein guter praktischer Anfang.

  5. Vielen Dank für die Replik.
    Ja, natürlich sind Geisteswissenschaftler gemeint. Ich habe mal gelesen eine bessere Bezeichnung für Naturwissenschaften vs. Geisteswissenschaft eigentlich Realwissenschaften vs. Verbalwissenschaften wäre. Aber in beiden Bezeichnungen ist es trotzdem schwer beispielsweise die Mathematik oder sogar die theoretische Informatik zuzuordnen.
    Ich habe mich oben in der Tat nicht ganz exakt ausgedrückt, indem ich wahr und real manchmal synonym verwendet habe. Die Mathematik als Kopfgeburt macht mir in diesem Zusammenhang doch zu schaffen, weil sie eigentlich irreal ist und sich trotzdem bestens eignet um Reales zu beschreiben. Ja noch mehr, nicht nur beschreiben wie etwas auch mit jeder Sprache lässt sich damit die Realität, sondern in gewissen Grenzen sogar vorausberechnen. Das Kalkül der Mathematik ist mehr als eine Sprache. Hier wird die Trennung zwischen Realität und geistigen Ideen, also Irrealem, irgendwie fließend.
    Und genau hier setzen ja viele Geisteswissenschaftler an, indem sie nicht nur davon ausgehen, dass die Materie den Geist hervorgebracht hat, sondern dass sich im weitesten Sinne auch der Geist auf die Realität auswirkt. Damit meine ich nicht Uri Geller oder so etwas. Das meiste, was Menschen hervorgebracht haben, ist vorher gedacht worden, war zunächst eine Idee, die dann umgesetzt wurde.
    Ich bleibe bei der Mathematik. Sie ist keine Naturwissenschaft, trotzdem gibt es nur eine Mathematik auf der Welt. Das ist nicht nur bei den Religionen anders, wie du an andere Stelle schreibst, sondern auch bei vielen Geisteswissenschaften, wo es ja so Art Schulen gibt, die einer bestimmten Sichtweise folgen. Andere haben andere Ansichten darüber. Nicht so in der Mathematik. Dafür habe ich auch so richtig keine Erklärung. Und eben auch dafür nicht, dass sie sich so gut auf die Realität anwenden lässt.

  6. Na ja, es gibt deshalb tausende von Religionen (und hunderttausende oder Millionen von Göttern), weil es kein Kriterium gibt, um entscheiden zu können, was wahr und was falsch ist.

    Bei den Naturwissenschaften gibt es so ein Kriterium oder Richter, nämlich die Realität (oder nenne es Natur).

    Mathematik ist eine Strukturwissenschaft, die Zusammenhänge abstrakt erforscht und deshalb generell gültige Aussagen treffen kann. 3+4 ist immer 7. Deswegen ergeben 3 Äpfel und 4 Äpfel zusammengezählt in der wirklichen Welt auch 7 Äpfel.

    Ich vermute, dass genau dies der Grund dafür ist, warum Mathematik sich auch auf die Realität anwenden lässt. Es scheint nur so, als würde die Mathematik die Welt und Realität so sensationell gut beschreiben.
    Und es ist natürlich auch so, dass die Mathematik die Welt beschreibt. Aber das liegt einfach daran, dass die Welt sich nicht anders verhalten kann, als die Mathematik es in sich selbst beschreibt.
    Die Mathematik erforscht allgemein Strukturen, die Zusammenhänge, deren Verhalten etc…
    Und die Aussagen, die als Ergebnis dieser Forschungen und Untersuchungen herauskommen, sind so allgemein gültig, dass sie für ALLES gelten (zumindest sieht es danach aus).
    Und damit gelten sie auch für unsere Welt und unsere Realität. Die Realität kann sich also gar nicht anders verhalten. Und deshalb macht es den Anschein, als würde die Mathematik genau auf unsere Realität passen. Aber das stimmt nicht, denn die Mathematik passt zu JEDER Realität.

    Geisteswissenschaften haben das Problem der Interpretation. Und sie haben das Problem, dass ihr Untersuchungsgegenstand viel komplexer ist, das eine Bewegungsgleichung für ein Ding aufzustellen, wie es in der Physik gemacht wird.

    Über den Unterschied zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft habe ich hier was geschrieben:

    http://www.nachdenken-bitte.de/wissenschaft/eleganter-unsinn-i-klarheit-und-nachvollziehbarkeit/

  7. Das Statement von oben

    “Und die Aussagen, die als Ergebnis dieser Forschungen und Untersuchungen herauskommen, sind so allgemein gültig, dass sie für ALLES gelten (zumindest sieht es danach aus).
    Und damit gelten sie auch für unsere Welt und unsere Realität. Die Realität kann sich also gar nicht anders verhalten. Und deshalb macht es den Anschein, als würde die Mathematik genau auf unsere Realität passen. Aber das stimmt nicht, denn die Mathematik passt zu JEDER Realität.”

    verstehe ich nicht so richtig. Schon, dass es mehrere Realitäten geben soll (letzter Satz), ist problematisch. Der Satz von Pythagoras passt nicht “auf alles”. Aber er passt bei jeden rechtwinkligen Dreieck. Damit scheint er so etwas wie ein Naturgesetz zu sein.
    In diesem Zusammenhang (real vs. irreal) finde ich auch den Begriff “Information” interessant. Ist das etwas (wie beispielsweise die Farben), das nur in unseren Köpfen existiert. Oder gibt es Information auch in der Realität. Nehmen wir an die Menschheit existiere nicht (mehr), verschwindet mit ihr auch die Information (so wie es die Farben täten)? Fragen über fragen :-)

    • Schon, dass es mehrere Realitäten geben soll (letzter Satz), ist problematisch. Der Satz von Pythagoras passt nicht “auf alles”. Aber er passt bei jeden rechtwinkligen Dreieck. Damit scheint er so etwas wie ein Naturgesetz zu sein.

      Puh…ja, das ist schwierig. Ich versuche einmal zu erklären, was ich meine. Es ging hauptsächlich um diesen Satz:

      Die Mathematik als Kopfgeburt macht mir in diesem Zusammenhang doch zu schaffen, weil sie eigentlich irreal ist und sich trotzdem bestens eignet um Reales zu beschreiben.

      Man kann sich darüber wundern, dass die Mathematik in der Lage ist, viele (oder alle?) Dinge in unserer Welt (unserer Realität) zu beschreiben. Darauf habe ich versucht zu antworten.
      Ich meine damit nicht, dass der Satz des Pytagoras “auf alles oder für alles” passt, aber ich meine damit, dass er in jeder euklidischen Geometrie für jedes rechtwinklige Dreieck gilt. Es kann keine Realität geben, in der der Satz des Pytagoras, unter diesen Einschränkungen, nicht gilt.
      Das meinte ich damit, dass die Mathematik so allgemeingültig Strukturen untersucht, dass ihre Ergebnisse “für alles” gelten.

      Und mit verschiedenen Realitäten meine ich, dass wenn es vielleicht wirklich andere “Welten” geben sollte oder könnte (Mulitversen etc…), dann können diese Realitäten ebenfalls nicht den Erkenntnissen und Ergebnissen der Mathematik widersprechen.

      Auf was gründet sich “unsere Welt”? Auf die euklidische Geometrie (http://de.wikipedia.org/wiki/Euklidische_Geometrie ) oder die Nichteuklidische Geometrie (http://de.wikipedia.org/wiki/Nichteuklidische_Geometrie ). Leben wir in einem euklidischen, hyperbolischen oder elliptischen Raum? Soweit, wie ich das verstehe (und das ist nicht sehr weit!), sind das alle drei möglichen “Räume”.
      Einsteins allgemeine Relativitätstheorie basiert auf Riemann und dessen Geometrie (http://de.wikipedia.org/wiki/Riemannsche_Geometrie ).

      Ich will (und kann) hier gar nicht weiter ins Detail gehen, sondern nur kurz erklären, was ich mit „verschiedenen möglichen Realitäten“ gemeint habe und warum es vielleicht nicht so verblüffend ist, dass die Mathematik alle davon beschreiben kann.

      Die Ergebnisse der Mathematik sind aber gerade keine „Naturgesetze“, denn sie sind viel allgemeingültiger.
      Die Beschreibung „unserer Welt“ durch die Physik und die physikalischen Naturgesetze, könnte völlig anders aussehen. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, wie sich die Welt verhalten könnte.
      Deshalb könnte es völlig andere physikalischen Naturgesetze geben. Allerdings könnten diese nicht den mathematischen Erkenntnissen widersprechen.
      Das ist so ungefähr das, worauf ich hinauswollte, wenn das jetzt irgendwie halbwegs verständlich war.

  8. greymoose

    Hallo Stephan!

    Ich melde mich nach 3 Jahren einmal.
    Eingangs irgendwo auch schade dass du mein 2. post zum Thema Wahrheit und Realität damals unbeantwortet belassen hast…

    Und dass du überhaupt nur mehr eingeschränkt bloggst — an fehlenden Themen kann`s ja nicht liegen — jedenfalls bin ich jetzt ein wenig neugierig was dich betrifft.

    Ohne in deine Intimsphäre eindringen zu wollen — aber gab es in diesen letzten Jahren neue ggf. überraschende Erkenntnisse für dich — vielleicht etwas das dich an deinem Weltbild der “alleinigen Realitätsinstanzen” durch Wissenschaften hat zweifeln lassen?

    Hat dich vielleicht in einer ihrer vielen Formen die “Liebe” gestreift, welche sich ja weder mit biochemischen Vorgängen oder irgendwelchen anderen wissenschaftlichen Gesetzen nur annähernd erklären lässt?

    Ich frage das ganz ernsthaft – und bin hochinteressiert was deinen Werdegang in den letzten Jahren betrifft.

    Andreas

    • Hallo Andreas,

      ja, sorry. Normalerweise antworte ich immer (ausser bei Trollen). Muss ich wohl vergessen/übersehen haben. Werde ich bald nachholen, vielleicht morgen.

      Ich habe einfach kaum noch Zeit zum Bloggen, weil ich auch ein Real-Life habe, mit Freu, Kind, 3 Hunden etc…
      Themen und zu sagen hätte ich genug, aber einfach keine Zeit.

      Nein, es gab keine überraschende Erkenntnisse, welche mich daran zweifeln haben, dass die wissenschaftliche Methode die beste, weil zuverlässigste Methode ist, um der Wahrheit näher zu kommen. Oder haben Religionen, Esoterik, Pseudomedizin, Pseudowissenschaften oder sonstige Dinge, etwas fundiertes und belegbares zu den Erkenntnissen der Menschheit beigetragen? Nein? Na dann sehe ich keinen Grund daran zu zweifeln.

      Sobald du oder jemand anderes mir eine bessere, weil zuverlässigere und funktionierende Methode zeigt und erklärt, wie man gesicherte Erkenntnisse erlangen kann, ändere ich meine Ansicht. Wenn wenn es würfeln oder Münze werfen ist. Es muss nur klar belegt sein, dass die neue Methode wirklich besser und zuverlässiger zu Erkenntnissen führt.

      Die Liebe ist mir schon oft begegnet, in verschiedenen Handlungen, verschiedener Menschen. Und diese lassen sich ohne Probleme mit neurochemischen Vorgängen im Gehirn erklären. Und selbst wenn das nicht der Fall wäre, dann wäre es immer noch nicht vernünftig, rational oder gerechtfertigt irgendeinen religiösen oder esoterischen Unsinn ohne gute Argumente oder Belege für wahr zu halten, also einfach (blind) irgendwas zu glauben.

      Was hast du so gemacht, die letzten drei Jahre?

      Viele Grüße
      Stephan

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