Das bringt doch nichts!

„Es ist doch völlig sinnlos, hoffnungslos und bringt absolut nichts, Menschen etwas mit Argumenten, Belegen und Rationalität zu erläutern, denen Argumente, Belege und Rationalität völlig egal sind, bzw. die damit nicht umgehen können. Man kann Menschen nicht mit Argumenten und Rationalität überzeugen ihre Meinung zu ändern, wenn sie sich ihre Meinung schon im ersten Schritt nicht über Argumente und Rationalität gebildet haben.“

Ja, in dieser Aussage steckt ein wahrer Kern und ich stimme prinzipiell zu. Nehmen wir einmal an, die Abwägung, was wahr und was falsch ist, der Austausch von Argumenten und Belegen, wäre ein Tennisspiel. Ich schlage auf mit einem Argument und mein Gegner spielt den Ball nicht etwa mit einem guten Gegenargument zurück, sondern weigert sich, den Tennisschläger in die Hand zu nehmen. Er ignoriert meinen Aufschlag, er ignoriert mein Ass und er ignoriert meinen ersten Punktgewinn zum 15:00. Er hat gar keine Lust auf ein Tennisspiel, akzeptiert die Regeln nicht, lässt den Schläger fallen und geht auch noch vom Platz.

Er setzt sich auf die Tribüne zu den Zuschauern und erklärt ihnen, dass ich ganz schlecht Tennis spiele, meine Aufschläge und Rückhand absolut lächerlich sind und dass ich ein unfairer Spieler sei. Dann animiert er die Zuschauer dazu zu gehen, weil Tennis doch insgesamt total blöd sei, und man doch lieber ihm folgen solle, um zu lernen, wie man seinen Namen tanzen könne.

Zum Glück gibt es viele Zuschauer, die Tennis nicht so blöd finden, wie er. Sie bleiben und schauen sich ein Spiel an und wollen sehen, wie wir spielen und was man mit dem Ball alles machen kann.

Ich kann und will die Zuschauer auf der Tribüne nicht zwingen zu bleiben. Ich kann nur sagen, dass es keine gute Idee ist, ihm zu folgen. Aber ich verstehe, dass es vielleicht einfacher ist, jemandem zu folgen, der einem zeigen will, wie man seinen Namen tanzen kann.

Ja, das mag einfacher sein, aber auch viel gefährlicher!


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