Ich habe mich geirrt

Warum fällt es Menschen oft so schwer, diese 5 Wörter zu sagen: „Ich habe mich geirrt.“ Natürlich es sind nur 4 Wörter, also ja, ich habe mich geirrt. Wir irren uns so oft jeden Tag auf so verschiedene Art und Weise und bei so vielen verschiedenen Dingen, wo liegt also das Problem dies zu sagen?

Ich weiß es ehrlich gesagt nicht und kann das schlecht nachvollziehen. Warum? Einfach deswegen, weil ich anscheinend zu der seltenen Spezies Mensch gehöre, der überhaupt kein Problem damit hat, dies zu sagen. Zumindest in den meisten Fällen. Ich sage sogar Dinge wie: „Oh, das ist aber ein interessantes und gutes Argument.“ oder „Ja, damit hast du wahrscheinlich Recht.“ Unglaublich, oder?

Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter. Immer wenn ich es sagen kann, dann freue ich mich, weil meine Ansichten von einem weiteren Irrtum „gereinigt“ wurden. Der Input, die Information oder das Argument von jemandem haben meine Ansicht bereichert und mich davor bewahrt, eine falsche Ansicht weiterhin als wahr anzusehen. Was kann es besseres geben?

Menschen sagen diesen Satz (oder ähnliche) vielleicht deshalb selten, weil sie denken, es wäre schlimm sich zu irren. Es wäre ihre persönliche Schuld, wenn sie sich irren. Eventuell denken sie, dass Fehler schlecht und schlimm sind. Ja, Fehler können schlecht und schlimm sein. Mit großem Abstand am schlimmsten sind aber die Fehler, die man überhaupt nicht als Fehler erkennt. Warum? Weil man sie nie beseitigen wird, sondern diese Fehler immer und immer wieder macht.

Fehler, auf die man hingewiesen wird, Fehler, die man als das erkennt, was sie sind, könnte man zumindest ändern. Wie soll man Fehler oder Irrtümer von einem selbst korrigieren, von denen man nicht einmal weiß? Ja, richtig, das geht überhaupt nicht.

Genau deshalb freue ich mich, wenn ich sagen kann: „Ja, du hast Recht, ich habe mich geirrt.“


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