Presseschau: Der aufgeklärte Patient und das Recht auf wissenschaftliche Medizin

Dieser Artikel ist so gut, dass ich unbedingt auf ihn verweisen möchte. Es ist wirklich so einfach, man kann das verstehen, wenn man will und sich ein wenig Mühe gibt.

Zitate aus dem Artikel:

Erstens, medizinische Behandlungsmethoden gelten als “alternativ”, weil – und solange – sie ihre Wirksamkeit nicht in klinischen Versuchsreihen unter Beweis gestellt haben.

Zweitens, während es “alternative” Verfahren gibt, die bisher niemand einer klinischen Studie unterzogen hat und für die ein zukünftiger Wirksamkeitsnachweis theoretisch noch möglich ist, sind die beliebtesten und am weitesten verbreiteten “alternativen” Behandlungsmethoden, die Homöopathie und die Akupunktur, umfassend erforscht worden. Das Ergebnis ist eindeutig: Sie sind völlig wirkungslos (d.h., sie wirken nicht besser als die Scheinbehandlungen, die die Kontrollgruppen erhalten haben).

Der Arzt müsste den Patienten also darauf hinweisen, dass es sich bei der “Alternativmedizin” um an sich wirkstofffreie und wirkungslose Scheinbehandlungen handelt, die bei manchen Patienten und bei manchen Krankheitsbildern zu einer (manchmal nur subjektiv wahrgenommenen) Besserung führt, wobei unklar ist, unter welchen Bedingungen sich dieser Erfolg überhaupt einstellen kann. Er müsste außerdem darauf hinweisen, dass dieser Placeboeffekt selbstverständlich auch durch Verfahren und Medikamente der wissenschaftlichen Medizin ausgelöst werden kann, dass diese aber zusätzlich in groß angelegten Studien echte Wirkungen gezeigt haben – Wirkungen, die auch dann eintreten, wenn man nicht an sie glaubt.

Eins ist aber sicher: Die “Alternativmedizin” mit ihren unbegründeten und unbegründbaren Heilsversprechen, ihrem mittelalterlichen Weltbild und ihrer unauflösbaren Notwendigkeit zur Täuschung hilft uns auf diesem Weg keinen Schritt weiter.

Keine weiteren Fragen, euer Ehren.


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