Meinungsfreiheit und Religionsfreiheit

Uns ist überhaupt nicht bewusst, wie gut wir es hier in Deutschland (und größtenteils auch in Europa) haben. Damit meine ich nicht, dass wir (relativ) reich sind oder auf einer Insel des Friedens leben.

Nein, damit meine ich, dass wir unsere eigene Meinung haben und äußern dürfen. Unabhängig davon, wie unsere Meinung anderen gefällt oder eben nicht gefällt. Wir dürfen alle unendlich viele Meinungen über alle möglichen Themen haben und können diese frei artikulieren, ohne groß etwas befürchten zu müssen.

Natürlich muss man auch bei uns damit rechnen, dass die Gesellschaft mit Missbilligung und Ächtung reagiert, wenn wir völlig unhaltbare und nicht zu rechtfertigende Meinungen äußern. Das ist so allerdings auch gut und richtig. Niemand hat ein Recht darauf, dass seine Meinung vor Kritik geschützt ist.

Aber man muss hier bei uns nicht befürchten, wegen seiner Meinung sein Leben zu verlieren oder ins Gefängnis eingesperrt zu werden. Die einzige Ausnahme davon stellt Volksverhetzung oder die Leugnung des Holocaust dar. Ich halte diese Ausnahme für falsch, denn es ist gefährlich und kontraproduktiv überhaupt irgendeine Meinung zu verbieten oder zu unterdrücken. Blödsinnige und gefährliche Meinungen gehören aufs Schärfste kritisiert und man muss Ihnen bessere Meinungen gegenüber stellen und darüber diskutieren.

Eine weitere wichtige Freiheit ist die Religionsfreiheit, wobei dies aus meiner Sicht nur ein zusätzlicher Name für die Meinungsfreiheit in Bezug auf die Religion darstellt. Jeder hat das Recht sich die Religion auszusuchen, die ihm gefällt, ohne dadurch auf irgendeine Weise in seinem Leben benachteiligt oder bevorzugt zu werden. Man muss unbedingt hinzufügen, dass dies nicht nur die Freiheit der eigenen Religionswahl bedeutet, sondern auch die Freiheit von irgendeiner Religion bedeutet.

Warum schreibe ich überhaupt darüber? Ist das alles nicht so selbstverständlich und offensichtlich? Kann man sich eine Diskussion und überhaupt die Beschäftigung damit nicht völlig sparen? Ist das nicht überflüssig wie ein Kropf?

Ich schreibe darüber, weil es viele Länder gibt, in denen das nicht so gesehen wird. Es ist eben nicht selbstverständlich und man muss darüber reden.

Und ich schreibe es vor allem wegen diesem Fall:  Ägyptischer Atheist zu 3 Jahren Gefängnis verurteilt

Mir fehlen wirklich die passenden Worte um meine Empörung, mein Unverständnis und meine Wut über solche und ähnliche willkürliche Theokratien auszudrücken! Das ist wirklich das Allerletzte!

Freiheit ist eine der wichtigsten Dinge, die es gibt. Leider weiß man das erst wieder zu schätzen, wenn man sie verloren hat.


1 Kommentar

  1. Ich stimme in allen Punkten zu. Allerdings macht man sich schon mal Gedanken, ob die Meinungsfreiheit bei uns tatsächlich so gelebt wird. Gelegentlich stößt man durchaus auf subtil ausgeführte Diffamierung anderer Meinungen, die eine ehrliche Diskussion bereits im Vorfeld abblocken (sollen?). Beispiele der letzten Zeit: Euro-Kritik und Kritik genitaler Kinderbeschneidung.

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