US Pfarrer Phil Snider ist ein cooler Typ

Diesen (oder einen ähnlichen) Schachzug, bzw. diese Idee habe ich schon einmal gesehen bzw. gehört, aber eben nur einmal. Das war ein (Gerichts-)Film, bei dem es darum ging, dass ein „schwarzes“ Kind getötet wurde und dem mutmaßlichen „weißen“ Täter der Prozess gemacht wurde. Im Plädoyer beschreibt der Staatsanwalt genau, was mit diesem Kind gemacht wurde, wie es misshandelt und getötet wurde. Er bittet die Geschworenen, ihre Augen zu schließen, damit sie sich seine Beschreibung genau vorstellen können. Sein letzter Satz geht dann ungefähr so: „Und nachdem ich Ihnen nun geschildert habe, welch schreckliche Dinge mit diesem „schwarzen“ Kind gemacht wurden, bitte ich sie, sich vorzustellen, es wäre ihr „weißes“ Kind gewesen.“

Leider kann ich mich nicht daran erinnern, welcher Film das war (Nachtrag: Der Film heißt “Die Jury” (A Time to Kill)) , aber was Pfarrer Phil Snider hier vor diesem Ausschuss sagt ist noch viel besser. Und dass er ein Pfarrer ist, macht es für mich noch bemerkenswerter. Er hat seinem Gehirn noch nicht verboten selbstständig zu denken, weil er jedes Wort der Bibel für wahr halten muss.

Die Idee 50-60 Jahre alte Argumente für Rassentrennung, also für die weitere Diskriminierung afroamerikanischer Bürger, vorzutragen und dabei einfach das Wort „Rassentrennung“ durch „Rechte für Homosexuelle“ zu ersetzen, ist simpel und so unglaublich wirksam. Ja, wenn man in die Vergangenheit schaut und sich überlegt, was von den damaligen Argumenten zu halten ist, dann bekommt man vielleicht ein Gefühl dafür, was man von heutigen Argumenten gegen Homosexuelle halten sollte.

Ja, die Bibel „verurteilt“ Homosexualität (übrigens nur an einer einzigen Stelle!), Homosexualität ist unnatürlich, wider die Natur, nicht im Sinn der Evolution usw. blabla blabla…

Der US Pfarrer Phil Snider ist mein persönlicher Held des Monats.

Es folgt das Video dazu und für alle mit schlechten Englischkenntnissen eine kurze Zusammenfassung auf Deutsch.

 

Phil Snider:

Ich mache mir Sorgen um die Zukunft unserer Stadt. Die sorgfältige Lektüre der Bibel sollte deutlich machen, dass Homo-Rechte das Wortes Gottes verletzen. Ich zitiere einen Prediger: Wenn der Mensch die gottgegebenen Grenzen überschreitet, indem er Schwulen und Lesben Sonderrechte zugesteht, lädt Gott dazu ein, uns zu richten.

Das ist ein weiterer Schritt Richtung Unmoral und Gesetzeslosigkeit, der charakteristisch für die Endzeit sind. Diese Verordnung widerspricht allem, an das wir glauben. Das darf uns nicht aufgezwungen werden.

Es ist ja nicht so, dass uns Homosexuelle gleichgültig sind. Aber wir werden entrechtet und unchristliche Ansichten werden uns und unseren Kindern aufgezwungen. Wir werden gezwungen, gegen unsere persönliche Moralvorstellung zu handeln. […]

Die Linken unter uns, die diese Bewegung anführen, glauben nicht mehr an die Bibel. Aber gute, bibelgläubige, intelligente, orthodoxe Christen können das Wort Gottes lesen und wissen, dass diese Entwicklung nicht Gottes Wille ist. Wenn man mit der göttlichen Ordnung in Konflikt gerät, gibt es Probleme. Man erzeugt keine Harmonie. Man produziert Vernichtung und Not. Unsere Stadt war noch nie in so großer Gefahr wie jetzt. […]

Wir haben uns von der Bibel unserer Vorfahren entfernt. Schauen Sie, das Recht auf Rassentrennung beruht eindeutig auf der Heiligen Schrift…

Es tut mir Leid, ich habe das falsche Manuskript mitgebracht. Meine Erörterung stammt aus dem falschen Jahrhundert. Ich habe ihnen gerade Zitate von Pfarrern aus den 1950ern und 1960ern vorgelesen, die allesamt Rassentrennung befürwortet haben. Ich habe nur die Bezeichnung “Rassenintegration” durch “Homo-Rechte” ersetzt.

Die Argumente, die ich in Springfield gehört habe, haben sich einfach so ähnlich angehört wie damals; das hat mich offenbar verwirrt. Hoffentlich machen Sie nicht den gleichen Fehler. Ich hoffe, sie werden auf der richtigen Seite der Geschichte stehen.

Quelle


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