Skeptizismus


Skeptizismus ist ein schreckliches Wort, oder? Ist das giftig, ansteckend oder doch einfach nur negativ?

Skeptisch zu sein, ist gesund, dies sollte als normal angesehen und als eine Tugend gefördert werden!

Zu zweifeln ist positiv, weil man dadurch noch die Chance hat, der Wahrheit näher zu kommen oder sie vielleicht sogar zu erreichen. Wer denkt, dass er zu mit absoluter Sicherheit die Wahrheit gefunden hat und sich nicht mehr irren kann, kann einen möglichen Irrtum niemals mehr erkennen.

Es ist natürlich sinnvoll eine Grenze zu ziehen, bis zu welchem Punkt man etwas bezweifeln sollte und ab welchem Punkt man etwas als „ziemlich wahrscheinlich gesichert“ akzeptieren sollte. Dies ist immer eine Abwägung und erfordert Übung im Denken, allerdings gilt auch hier, dass das Entscheidende gute Argumente und Belege sein sollten.

Tendenziell sind viele Menschen viel zu sehr und stark von der Richtigkeit und Korrektheit ihrer Ansichten überzeugt und ihnen ist nicht klar, wie sehr und wie oft sie sich irren. Leider sind genau das die Menschen, die am wenigsten zweifeln und am stärksten verschlossen sind.

Es ist ein Jammer, dass die Dummköpfe und Fanatiker immer so selbstsicher sind und die klugen Leute so voller Zweifel.

Bertrand Russell