Magie, Wunder, übernatürliche Kräfte und magisches Denken

An was denkt man bei dem Begriff „Magie“? Doch sicher an Zauberer, oder? Gibt es wirklich Zauberer, die echte Magie vollbringen können?

Was bedeutet überhaupt „Magie“ genau?

Unter Magie versteht man in der Regel Dinge, die passieren oder existieren, die wir nicht verstehen und nicht erklären können. Wie z.B. bei einem Zauberer, der etwas verschwinden oder auftauchen lässt ohne das man wirklich versteht, wie er das gemacht hat.

Was ist mit „echter Magie“ gemeint, was soll der Zusatz „echt“ bedeuten?

„Echte Magie“ wäre z.B. die tatsächliche Fähigkeit eines Zauberers einen Elefanten aus dem Nichts „herbei zu zaubern“ und nicht dies mit einem Trick und ganz normales, natürlichen Mitteln zu erreichen. Man will mit „echt“ also ausdrücken, dass der Zauberer in diesem Fall übernatürliche Kräfte hätte, wenn es „echte Magie“ wäre.

Was sind nun übernatürliche Kräfte? Alles was sich in unserer Welt, unserem Universum abspielt ist „natürlich“. Wenn es eine Welt (wie auch immer diese aussehen mag) hinter, über oder außerhalb unserer Welt gäbe, dann wären Kräfte, die nicht aus unserer natürlichen Welt kämen, übernatürlich.

Gibt es so etwas? Eine Welt hinter, über oder außerhalb unserer? Nun, es gibt keine guten Argumente oder Belege, die dafür sprechen. Also sind wir wieder an dem üblichen Punkt, dass man etwas nicht für wahr halten sollte, wofür es keine Belege gibt. Die Standardposition ist, dass man es für falsch hält, bis entsprechende Belege dafür präsentiert werden, nur dies ist rational.

Hier schließen sich auch gleich „Wunder“ an. Ein Wunder ist per Definition ein Aussetzen der bzw. ein Eingriff in die Naturgesetze. Hier redet man gerne vom „Wunder“ des menschlichen Körpers oder des Lebens oder irgendeines Bauwerkes etc.

Es zeugt leider nur von einem Mangel an Phantasie und Neugier, wenn man denkt, dass es etwas wie „Wunder“ überhaupt gibt. Erstens gibt es keine guten Belege dafür, dass es jemals irgendeine Art von „Wunder“ gegeben hat, zweitens hat sich jedes angebliche Wunder bisher entweder als bewusste Fälschung (also Betrug) oder Irrtum herausgestellt. Hinzukommt drittens, der wichtigste Punkt, wenn man etwas nicht versteht oder nicht erklären kann, dann hat man es nicht verstanden und kann es nicht erklären! Aus einem NICHT-Verständnis von X, folgt eben gerade nicht, dass Y an Plausibilität hinzugewinnt.

Man kann den menschlichen Körper, das Leben, die Existenz toller Bauwerke ziemlich gut erklären und hat sehr viel verstanden. Aber selbst, wenn man keine Ahnung hätte, bedeutet das nur, das man es nicht weiß und keine Ahnung hat, nicht dass es ein „Wunder Gottes“ ist oder war.

Magisches Denken bedeutet nun, dass man ohne Prüfung Dinge für wahr hält. Man ist irrational, hat Vorbehalte gegenüber rationalem Denken und hält deshalb „echte Magie“, „Wunder“ und übernatürliche Kräfte nicht nur für möglich (das tue ich auch), sondern sogar für wahr und real.


2 Kommentare

  1. Stephan: “Gibt es so etwas? Eine Welt hinter, über oder außerhalb unserer? Nun, es gibt keine guten Argumente oder Belege, die dafür sprechen.”
    Damit werden sehr lange menschliche Erfahrungen in den Bereich des Wahns verschoben, und zwar ohne Ausnahme. Eine “andere” Welt, die für uns nicht sichtbar, also nicht belegbar ist, kann jedoch persönlich und subjektiv erfahrbar sein. Selbst wenn diese Erfahrungen zu 90 Prozent auf Einbildung und/oder Fehlinterpretation beruhen sollten, weiß doch niemand – niemand! – ob nicht doch…
    Außerdem gibt es natürliche Kräfte, die für den Unbedarften übernatürlich scheinen mögen, die dennoch unter einen Magie-Begriff fallen können, nämlich die Schubkraft des entschiedenen Eigenwillens, des rücksichtlosen Willens nach Macht, der das eigene Ich vergöttlicht. Dem “Magier” fließen Energien aus einer Quelle zu, die von “vernünftigen” Menschen nicht erforscht wird. Esoterik ist eben nichts als gefährlicher Blödsinn, klar. Das Dumme ist nur daß sie zum Teil funktioniert. (Genau so wie Homöapathie…)

    Stephan: “Die Standardposition ist, dass man es für falsch hält, bis entsprechende Belege dafür präsentiert werden, nur dies ist rational.” Für das, was man nie selbst erlebt hat, gibt es auch keine “Belege”, die allgemeingültig wären. Erlebbar aber ist z.B. die Existenz von Schnittstellen zwischen einer anderen Welt und der hier normalen. Aber wozu streiten? Die natürliche Frage dazu sollte lauten: “Und was habe ich davon?” Was also kann eine andere möglicherweise existierende Welt oder Wirklichkeit uns kleinen Schweifträgern hier geben? Wo denn eine solche (oder mehrere??)an Zeichen zu erkennen sind, sagen sie, ob diese uns feindlich oder hilfreich gesinnt sind? Falls es dort Bewußtsein und Willen existiert? Können wir die Welten wechseln, vielleicht erst nach dem irdischen Ableben?
    Fragen, die doch hochinteressant sind. Wie banal, das alles mit “Blödsinn” wegzuschieben.

    Mir fehlt an dem stephanschen Weltbild das furchtlose Hinausgreifen in unerforschte Bereiche. Und es kommt mir mit zu viel aggressiven, menschenverachtenden Unwörtern daher. Was kommt als nächstes? Werden den Geisteskranken, die immer noch etwas für möglich halten ohne die Kriterien der Erkenntnistheorie zu bedienen, die Menschenrechte demnächst abgesprochen?

  2. Hallo G,

    „Damit werden sehr lange menschliche Erfahrungen in den Bereich des Wahns verschoben, und zwar ohne Ausnahme.“

    Weil ich schreibe, dass es keine GUTEN Argumente und Belege für eine Welt hinter, über oder außerhalb unserer gibt, deswegen „verschiebe ich alle menschlichen Erfahrungen in den Bereich des Wahns“?

    Wow…eine „interessante“ Interpretation deinerseits, würde ich mal sagen.

    Ich sage damit nur, dass eine persönliche, subjektive Erfahrung kein GUTES Argument und kein GUTER Beleg dafür sind, etwas für wahr zu halten. Das ist alles.

    Irrtum ist nicht gleich Wahn. Menschen können sich irren und sie irren sich oft. Das muss man einfach wissen. Deshalb gibt es ja die Wissenschaften, um Irrtümer soweit wie möglich auszuschließen und an die Stelle von Subjektivität Objektivität (bzw. mindestens Intersubjektivität) zu setzen.

    „. Eine “andere” Welt, die für uns nicht sichtbar, also nicht belegbar ist, kann jedoch persönlich und subjektiv erfahrbar sein. Selbst wenn diese Erfahrungen zu 90 Prozent auf Einbildung und/oder Fehlinterpretation beruhen sollten, weiß doch niemand – niemand! – ob nicht doch…“

    Ich kann auch Mittelerde vom Herrn der Ringe subjektiv und persönlich erfahren. Dennoch ist das kein guter Beleg dafür, dass es Mittelerde tatsächlich gibt.

    Ich kann auch subjektiv und persönlich die Erfahrung machen, dass es in meinem Garten vor unsichtbaren, rosafarbenen Einhörnern, Kobolden, Gnomen und Wichteln nur so wimmelt.
    Trotzdem ist diese „Erfahrung“ kein guter Beleg dafür, dass diese „Dinge“ wirklich existieren.

    Könnte es die Welt „Mittelerde“ trotzdem geben? Das wäre doch möglich, oder? Könnte es nicht trotzdem Einhörner, Kobolde, Feen, Dämonen und Engel geben, obwohl wir keinerlei GUTE Belege für deren Existenz haben?

    Immerhin wäre es möglich, dass es sie gibt, oder?

    Ja, es wäre möglich. Aber das ist irrelevant, weil es sehr unwahrscheinlich ist, dass es sie gibt:
    http://www.nachdenken-bitte.de/kritisches-denken/unmoglichkeit-versus-wahrscheinlichkeit/

    „Dem “Magier” fließen Energien aus einer Quelle zu, die von “vernünftigen” Menschen nicht erforscht wird.“

    ???

    Zauberer? Magier? Energien? Energien welche Art?

    Woher weißt du, dass „dem Magier“ Energien zufließen?

    Du redest aber nicht von den gängigen Zauberkünstlern, oder? Die ist schon klar, dass es kein Zauberer bekannt ist, der wirklich übernatürliche Kräfte hat, sondern dass alle bekannten „Zauberer“ Tricks benutzen, um Menschen in die Irre zu führen.

    „Esoterik ist eben nichts als gefährlicher Blödsinn, klar.“

    Korrekt. Völlig richtig.

    http://www.psiram.com/ge/index.php/Esoterik

    „Das Dumme ist nur daß sie zum Teil funktioniert. (Genau so wie Homöapathie…)“

    Na ja, das kommt darauf an, was du unter „funktionieren“ verstehst. Ein Fernseher funktioniert (meistens). Ein Toaster oder eine Kaffeemaschine funktionieren auch (meistens). Alle erfüllen den Zweck, für den sie gebaut wurden und erreichen (meist) das Ziel, welches der Benutzer wünscht.

    Wenn man Esoterik so sieht, dass es sie gibt, um sich selbst in die Irre zu führen und andere Menschen in die Irre zu führen und Scharlatanerie und Geldmacherei zu betreiben, dann gebe ich die Recht. In dieser Hinsicht „funktioniert“ die Esoterik einwandfrei!

    Das gleiche gilt natürlich auch für Homöopathie.

    Wenn man unter Esoterik aber ein System versteht, welches die Welt erklären und verständlich machen soll und welche wahre Aussagen über die Welt produziert, dann „funktioniert“ die Esoterik überhaupt nicht, sondern liegt Lichtjahre daneben.

    Wissenschaft funktioniert in dieser Hinsicht sehr gut.

    „Für das, was man nie selbst erlebt hat, gibt es auch keine “Belege”, die allgemeingültig wären.“

    Korrekt, du hast es verstanden. Deswegen sind subjektive, persönliche Aussagen nicht dazu geeignet, gute Belege zu erzeugen.

    „Erlebbar aber ist z.B. die Existenz von Schnittstellen zwischen einer anderen Welt und der hier normalen.“

    Nein. Erlebbar sind unsere „inneren Zustände“. Man kann von dem, was man in sich selbst erlebt und erfährt, nicht so einfach, bzw. meistens überhaupt nicht, auf irgendwelche anderen Dinge schließen.

    Nur weil du ein Bauchkribbeln oder Gänsehaut hast oder im Traum von einer anderen Welt geträumt hast, macht das deine Traumwelt nicht real und wirklich.

    Niemand bestreitet deine persönlichen Erlebnisse, aber du machst einen Interpretationsfehler, wenn du denkst, dass diese Erfahrungen und Erlebnisse ein guter Beleg für irgendwas sind.

    „Fragen, die doch hochinteressant sind. Wie banal, das alles mit “Blödsinn” wegzuschieben.“

    Es gibt sinnvolle Fragen und es gibt sinnlose Fragen.

    Ist es nachts kälter als draußen? Das ist eine völlig sinnlose Frage.

    Manche deiner Fragen sind durchaus sinnvoll, aber du denkst Antworten darauf gefunden zu haben, aufgrund von (im besten Fall) zweifelhaften Argumenten und Belegen.

    Ich finde manche deiner Fragen auch sehr interessant, aber ich bin mir bei der Antwort nicht so sicher wie du und komme offensichtlich zu anderen Antworten als du.

    „Mir fehlt an dem stephanschen Weltbild das furchtlose Hinausgreifen in unerforschte Bereiche.“

    Tja, schade wenn dir das fehlt. Ich finde unerforschte Bereiche sehr interessant und bin i.d.R. ziemlich neugierig.

    Aber ich finde es auch sehr interessant zu fragen, warum Menschen bestimmte Dinge für wahr und real halten, die ich für falsch, nicht existent oder Fantasie halte.

    „Und es kommt mir mit zu viel aggressiven, menschenverachtenden Unwörtern daher. Was kommt als nächstes? Werden den Geisteskranken, die immer noch etwas für möglich halten ohne die Kriterien der Erkenntnistheorie zu bedienen, die Menschenrechte demnächst abgesprochen?“

    Na aber sicher. Ich habe gerade eine Petition im Bundestag eingereicht, dass die Meinungsfreiheit endlich abgeschafft wird. Danach überlege ich, ob ich zuerst die Menschenrechte abschaffen lasse und gleich danach die Religionsfreiheit.

    Dann reiße ich die Weltherrschaft an mich, mit meinen beiden Adjutanten „Pinky und Brain“. Nur Diktator reicht mir bei weitem nicht. Unter der „Weltherrschaft“ mache ich es nicht.

    Ende der Satire!

    Ich kann ja sogar ein wenig verstehen, dass empfindliche Gemüter Wörter wie Blödsinn, Unsinn oder Schwachsinn als „aggressiv“ einstufen. Meinetwegen, das ist Ansichtssache. Aber „menschenverachtend“? Ernsthaft?

    Wenn ich sage „Esoterik ist Unsinn“, dann ist das „menschenverachtend“? Warum? Weil es Menschen gibt, die Esoterik toll und gut finden?

    Wenn ich also sagen würde, dass der FC Bayern ein Scheiß-Verein ist und ich es schwachsinnig finde, was dort passiert, wäre das dann auch „menschenverachtend“ gegenüber jedem Bayern-Anhänger?

    Interessante Sichtweise…

    Grüße

    Stephan

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