Skeptiker aus Liebe zu den Menschen

Warum bin ich ein Skeptiker? Was ist meine innere, tiefste Motivation dafür, dass ich ein Skeptiker bin?

Was ist überhaupt ein „Skeptiker“?

Kurz gesagt, ist ein Skeptiker ein Mensch, der zweifeln kann. Ein Skeptiker ist sich keiner Sache zu 100% sicher. Ein Skeptiker hält eine Behauptung nicht für wahr, wenn es keine guten Gründe, Argumente und Belege für die Wahrheit einer Behauptung gibt. Ein Skeptiker diskutiert gerne, denkt gerne nach, hinterfragt Dinge und überprüft Behauptungen mittels Rationalität, also seiner Vernunft und seinem Verstand. Ein Skeptiker hält kritisches Denken und die Überprüfung von Behauptungen für die wichtigste (vielleicht einzige?) Methode, um zwischen wahr und falsch unterscheiden zu können.

Fundamentalismus, Dogmatismus, Leichtgläubigkeit und Aberglaube sind in gewisser Weise genau die Gegenstücke von einem kritischen, skeptischen Vorgehen.

Die GWUP hat in einem Artikel auf eine wunderschöne Rede von Marit Simonsen hingewiesen, deren Inhalte ich unbedingt hier erwähnen muss.

 

Hier ein Auszug aus der Rede:

A friend of mine said it well: Most of us are skeptics for one of two reasons.

  • Hating stupidity, or
  • Loving people.

I myself like to think I do this for my love of my fellow humans, but I have to admit I kind of love knowing things others don’t know. Being a bezzerwizzer if you will.

Unfortunately, when we express ourselves like that, poeple think we are cynics. High in doubt, low in hope.

But we who are here and who are members of all the organizations across Europe (and even our visitors from the US), we are not cynics.

In the almost 40 years organized skepticism has existed, we have grown to be a diverse group with diverse activities. We are making conferences, podcasts, taking political action, and swallowing large amounts of sugar pills.

We are not cynics. Because we have hope. We believe in change. And we work for it.

[…]

We are skeptics together because we are curious about the world. Because we wonder and care about things […]

Das ist wunderschön gesagt.

Ich bin Skeptiker, weil ich Dummheit hasse. Ich möchte wissen, nicht nur „glauben“.

Ich bin Skeptiker, weil ich neugierig auf die Welt bin und so viel wie möglich verstehen und wissen möchte.

Und ich bin vor allem deshalb ein Skeptiker, weil ich die Menschen liebe. Ich will nicht, dass sich Menschen selbst hinters Licht führen. Ich will nicht, dass Menschen von anderen Menschen hinters Licht geführt werden. Ich will, dass Menschen selbst nachdenken und mit mehr und besseren Informationen bessere Entscheidungen treffen.

Ich will nicht, dass Menschen von irgendjemandem um ihre Zeit und ihr Geld betrogen werden. Und ich will nicht, dass Menschen in einem Wahn leben.

Nach der Definition von „Wahn“ aus Wikipedia, leben viel mehr Menschen in einem Wahn, als man sich vorstellen will:

„Der Wahn ist eine die Lebensführung behindernde Überzeugung, an welcher der Patient trotz der Unvereinbarkeit mit der objektiv nachprüfbaren Realität unbeirrt festhält. Dies kann eine Störung der Urteilsfähigkeit zur Folge haben.“

Ich bin kein Zyniker, der nur viel zweifelt, aber keine Hoffnung hat.

In Gegenteil, ich habe die Hoffnung, dass Menschen lernen können. Ich habe die Hoffnung, dass Menschen verstehen können. Ich habe die Hoffnung, dass Menschen selbstbestimmt nachdenken können.

Ich habe die Hoffnung in eine bessere Welt. Ich habe die Hoffnung, dass Änderungen möglich sind.

Ja, ich bin ein Skeptiker, aber im positiven Sinn und voller Hoffnung!


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