Warum Bildung das Wichtigste ist

Herzlich willkommen in diesem Blog. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen, hoffe auf interessante Diskussionen und darauf, dass sich ihr und mein Horizont dadurch erweitern werden.

Dies ist mein erster kleiner Artikel hier und als Thema wähle ich das Wichtigste, was mir eingefallen ist, die Bildung. Ich habe eine Weile überlegt, ob es irgendetwas Wichtigeres gibt, über das ich noch dringender schreiben sollte. Mir ist nichts eingefallen, was auch nur annährend so wichtig ist, geschweige denn wichtiger, als Bildung. Ja, der Weltfrieden ist wichtig, der Sinn des Lebens und das Leben selbst auch und es gibt noch ca. 3 Millionen Themen über die ich etwas schreiben werde, aber nichts davon ist, aus meiner Sicht wichtiger als Bildung.

Bildung ist deshalb so wichtig, weil sie frei macht, das zu machen, was man will. Durch eine gute Bildung sieht man die Welt völlig anders, ich behaupte sogar, dass man die Schönheit der Welt damit erst richtig wertschätzen kann. Stellen Sie sich als Extrem einen Analphabeten vor, jemand der keine Buchstaben erkennt, dies hier nicht lesen kann, nicht aufnehmen und deshalb nicht verstehen kann. So extrem ist diese Vorstellung überhaupt nicht, denn in Deutschland, eine reiche westliche Industrienation, sind ca. 4% bzw. 2 Millionen Erwachsene totale Analphabeten und 14% bzw. 7 Millionen Erwachsene funktionale Analphabeten.

Können sie sich auch nur annährend vorstellen, in welcher Welt diese Menschen leben? Arbeit finden, irgendwelche Behördengänge, Verträge ausfüllen oder nur im Supermarkt einkaufen? Versuchen Sie einmal sich vorzustellen (oder testen sie es wirklich), wie es wäre, wenn sie eine Woche oder einen Tag nicht lesen könnten. Die Welt wäre eine völlig andere.

Aber es geht nicht nur darum, dass sie als Analphabet in unserer Gesellschaft nicht „funktionieren“ würden, also keine Arbeit finden und nicht einkaufen können, sondern viel schlimmer ist, welche Welten ihnen zusätzlich versperrt wären. Alle Gedanken, Ideen und Fantasien, die die intelligentesten und kreativsten Menschen jemals geschrieben und beschrieben haben, liegen für einen Analphabeten unerreichbar weit weg. Ein Analphabet muss alle Fehler selbst machen, selbst die banalsten und trivialsten, kann sich niemals von Gefühlen oder Beschreibungen anderer inspirieren lassen und wird kaum etwas lernen können. Sein Charakter und seine Persönlichkeit haben nur sehr beschränkte Entfaltungsmöglichkeiten, er lebt in einem Gefängnis – einem Gefängnis für seinen Geist. Ich bin mir nicht sicher, ob die wichtigste Erfindung in der Geschichte der Menschheit das Feuer oder das Rad waren. Meiner Meinung nach sind die Erfindung der Schrift, der Buchdruck und das Internet in ihrer Bedeutung kaum zu überschätzen.

Nur zur Klarstellung, mir liegt nichts ferner, als mich über Analphabeten lustig zu machen oder diese zu Menschen zweiter Klasse zu erklären, ganz im Gegenteil! Diese Menschen können nichts für ihre Situation und sind nicht schuld daran, sondern hatten wahrscheinlich nie eine Chance. Es ist eine Schande, dass es sogar in Ländern wie Deutschland noch so viele Analphabeten gibt.

Ich habe dieses „extreme“ Beispiel gewählt, um deutlicher zu machen, wie wichtig Bildung ist. Es gibt noch viel feinere Abstufungen zwischen Analphabetismus und einem Albert Einstein. Deswegen schreibe ich hier, weil es nicht ausreichend ist, lesen zu können und zu lesen, sondern erforderlich ist, zu wissen was kritisches Denken, Skeptizismus und Wissenschaft sind, warum sie wichtig sind, wie man sie erkennt und praktisch umsetzt. Wie kann ich (wahrscheinlich) wahr von (wahrscheinlich) falsch unterscheiden, wie und woran erkenne ich gute und schlechte Argumente/Belege, wie kann ich mich und andere vor schlechten Entscheidungen und schlechten Ansichten schützen und wie treffe ich gute Entscheidungen und habe gute Ansichten?

Nach meiner Meinung wird in den Schulen hier in Deutschland immer noch viel zu viel „dummes Auswendiglern-Wissen“ wertgeschätzt. Es ist nicht sonderlich sinnvoll, 20 Gedichte auswendig zu können, ohne deren Inhalt, Botschaft oder Sinn erfasst zu haben. Genauso wenig ist es sinnvoll 50 Flüsse in Deutschland, die Hauptstädte aller Länder weltweit oder das Periodensystem der Elemente auswendig aufsagen zu können. Dadurch hat man nichts, aber auch gar nichts, von der Welt verstanden. Entscheidend ist es Zusammenhänge zu verstehen, nicht dumm Auswendiggelerntes auf Befehl wieder erbrechen zu können.

Man sollte Menschen beibringen und erklären wie sie denken sollen, nicht was sie denken sollen!

Was denken sie über dieses Thema?


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