Warum und wie bin ich zu diesem Blog gekommen?

Mir wurde diese Frage nun schon in verschiedenen Varianten gestellt, also wie ich zu diesem Blog gekommen bin, warum ich gerade über solche Themen schreibe, ob ich die Konfrontation suche etc.

Es ist eigentlich wirklich ganz einfach zu beantworten. Mein Interesse an diesen Themen hat sich in den letzten Jahren immer mehr gesteigert, weil ich in meinem Leben damit konfrontiert wurde.

Menschen aus meinem nahen und nächsten Umfeld, Menschen die mir wichtig sind, haben mir erzählt, dass sie bei Hellsehern waren (und Geld dafür bezahlt haben), dass sie glauben, dass Horoskope den Charakter von Menschen wiedergeben, dass niemals Amerikaner auf dem Mond waren, dass man sich nur von Licht ernähren kann.

Sie haben verschiedenste Krankheiten und nehmen homöopathische Globuli dagegen, gehen zu Osteopathen, lassen sich mit Akupunktur behandeln, machen Familienaufstellungen nach Hellinger, denken dass bei Mondschein geerntetes Gemüse gesünder ist, machen „Schlank-im-Schlaf“ Diäten, glauben dass die Welt am 21.12.2012 unter geht oder dass sie in ihrer Hausbank „beraten“ werden.

Manche glauben daran, dass es „Gott“ gibt und er alles erschaffen hat, wir Sünder sind, wertlos, das Eigentum „Gottes“ sind, wir müssen ihn fürchten aber trotzdem lieben und manche haben homophobe Ansichten oder andere seltsame, gefährliche bis ekelhafte Meinungen, wegen ihres (religiösen) Glaubens.

Damit werde ich, mal mehr mal weniger, tagtäglich konfrontiert. Irgendwann habe ich angefangen etwas zu tun, was die wenigsten Menschen machen: Ich habe damit angefangen, die Ansichten dieser Menschen ernst zu nehmen.

Ich habe mir gedacht, was wäre wenn sie Recht haben? Wenn es wahr wäre, was sie denken? Ich war neugierig darauf, zu verstehen, warum sie diese Ansichten haben. Ich wollte wissen, ob ihre Ansichten zu begründen und verteidigungsfähig sind. Ich habe angefangen mich viel genauer, als jemals in meinem Leben zuvor, für die Wahrheit zu interessieren.

Ich habe mir Bücher gekauft. Viele Bücher. Gute und fundierte Bücher, Bücher über Religion(en), Philosophie, Erkenntnistheorie, Wissenschaftstheorie, Statistik, Physik, Mathematik, kritisches Denken, Logik, und vieles mehr. Ich habe sie nicht nur gekauft, sondern mit Begeisterung gelesen. Im Durchschnitt vielleicht sieben bis acht Bücher, jeden Monat über einen Zeitraum von über zwei Jahren.

Das Internet war ebenfalls äußerst hilfreich, Informationen zu diesen Themen zu erhalten und ich habe alleine darüber nochmal so viel gelernt, wie aus den ganzen Büchern.

Meine Ansichten, die ich hier im Blog äußere, sind stark von den Erkenntnissen, die ich durch diesen Prozess gewonnen habe, beeinflusst. Ich finde es wichtig, die Ansichten der Menschen ernst zu nehmen und Ihnen Antworten auf  Fragen zu geben, anstatt sich einfach zu denken: „Na ja, er ist halt ein wenig abergläubisch, wenn er denkst, dass Freitag der 13.te Unglück bringt, die Welt am 21.12.2012 untergeht oder es Meridiane und Chakren gibt. Mir doch egal, was er denkt.“

Selbstverständlich darf jeder denken oder „glauben“, was er will, wie seltsam oder bescheuert mir oder anderen das auch immer erscheinen mag. Aber ich halte es persönlich für eine schlechte Einstellung, die Meinungen von Menschen nicht mehr ernst zu nehmen, damit tut man weder sich noch diesen Menschen, einen Gefallen.

Ich habe den Eindruck, dass ich die Ansicht von manchen Menschen ernster nehme, als diese es selbst machen. Ich stelle mir zumindest die Frage, ob die Ansichten wahrscheinlich richtig sind, ob die Behauptungen oder Äußerungen wahr oder falsch sind. Leider machen das viele Menschen nicht, und genau das ist das Thema dieses Blogs.


6 Kommentare

  1. Hallo Stephan,
    den Lernprozess, den du durchlaufen hast, macht wohl jeder Skeptiker mehr oder weiniger intensiv. Um die Lernkurve etwas steiler zu machen, wäre es hilfreich auf gute, fundierte und hilfreiche Bücher zugreifen zu können, ohne dass man selbst immer erst aus einem ganzen Berg von Büchern (auch Links) die Perlen heraussuchen muss.
    Es wäre deshalb schön, wenn du so etwas wie eine kommentierte Bücher-/Linkliste einstellen und deine Topempfehlungen nennen würdest.
    Die “Homöopathie Lüge” lese ich derzeit mit großer Begeisterung. Danke für den Tipp!

  2. Hallo egghead,

    ja, danke für die Anregung. Ich habe das auch schon lange vor, einige Bücher zu empfehlen.
    Ist nur viel Arbeit, immer eine ausführliche Rezension zu jedem Buch abzugeben.

    Im Moment habe ich leider kaum Zeit, aber ich werde so bald wie möglich zumindest eine Liste machen, mit Büchern, die ich empfehlen kann und zwar nach verschiedenen Kategorien.

    Ich komme nicht dazu 100 oder 200 Rezensionen über alle guten Bücher zu schreiben. Aber eine Liste reicht ja als Ausgangspunkt immer noch, man kann sich ja dann Rezensionen z.B. bei Amazon durchlesen.

    Viele Grüße
    Stephan

  3. Genau, eine Liste, nach Möglichkeit mit Ranking, reicht. Die 100 bis 200 Bücher würden mich maßlos überfordern. Ein Null weniger tut es auch.
    Danke für den tollen Blog. Das gehört zu den Besten, was ich im deutschsprachigen Netz gefunden habe.

  4. Hallo Stephan,
    vielen Dank für die Liste. Als erstes werde ich mir wohl “Über die Natur der Dinge” vornehmen.
    Ein kleiner Lesetipp von mir, der sicherlich auch dir gut gefallen könnte, ist das “Manifest des evolutionären Humanismus”.

    • Hallo egghead,

      gerne geschehen. “Über die Natur der Dinge” ist eine gute Wahl. Aber es ist nicht immer leicht zu lesen, nur als kleine Warnung. Also nicht frustieren lassen, wenn mal etwas unklar ist bzw. in Ruhe irgendwann nochmal lesen.

      Danke für deinen Lesetipp. Aber leider habe ich das schon gelesen. Es ist sogar in der Top100 Liste unter Philosophie aufgeführt. Und du hast Recht, es hat mir gut gefallen.

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