Ist Wissenschaft kalt?

Als Babies sind wir alle Wissenschaftler. Wir sind neugierig und machen Experimente, um die Welt zu verstehen. Das bleibt bei den meisten von uns so, wenn wir etwas älter werden und Kinder sind. Leider verlieren hier schon einige ihre Neugier. Wenn wir dann schließlich Erwachsene sind, dann haben noch mehr ihre Neugier verloren.

Wissenschaft ist nichts Mysteriöses oder völlig Unnahbares. Sie besteht hauptsächlich daraus, neugierig auf die Welt zu sein und zu versuchen unser unendliches Nicht-Wissen etwas zu vermindern. Das macht man mit Experimenten oder indem man über Dinge nachdenkt. Man schaut sich die Argumente und Belege an und hat dann vielleicht eine Idee und formuliert daraus eine Hypothese, die man dann selbst oder andere überprüfen können. Meist wird diese Hypothese falsch sein, aber manchmal ist sie (vorläufig) richtig und sie wird eine „Theorie“, das Höchste und Beste, was man wissenschaftlich erreichen kann.

Es kann dann auch sein, dass diese (neue) Theorie unser Leben (deutlich) verbessert und zu enormen Fortschritten in den verschiedensten Bereichen führt.

Ich habe so viele Gefühle, wenn ich über verschiedenste Dinge nachdenke und versuche etwas zu verstehen. Wie kann man so einen Prozess, so eine Methode, als kalt bezeichnen? Ich kann mir kaum etwas wärmenderes oder interessanteres vorstellen.

Wenn ich manchmal eine Erkenntnis gewonnen habe, denke etwas verstanden zu haben, dann ist dieses Triumphgefühl über mein Unwissen und meine Ignoranz, einfach nur wunderschön und erhaben. In solchen Momenten habe ich ein wenig Sicherheit gewonnen und dies ist sehr wertvoll in einer komplexen, komplizierten Welt.

Diese Gefühle, die Wissenschaft in mir auslöst, ist wie eine helfende, schützende und wärmende Decke. Wie der Teddybär eines Kindes, der Sicherheit und (Gefühls)Wärme spendet. Ich kann mir ein Leben ohne wissenschaftliches Denken nicht vorstellen.

Desinteresse, das Gegenteil von Neugier, ist eine kalte Sache. Wenn einem alles egal ist und man sich für nichts interessiert, man für nichts wirklich „brennt“, für nichts irgendeine Art von Leidenschaft oder Neugier entwickelt, das ist kalt, Kälte pur.

Ist Wissenschaft also kalt? Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein, denn Wissenschaft ist warm, wahrscheinlich sogar super-heiß!


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